Hoffnung für an Alzheimer erkrankte Menschen?

Forschern gelingt es, das Alzheimer-Enzym zu blockieren

Für die an Alzheimer erkrankten Menschen scheint es neue Hoffnung zu geben. Dieses bezieht sich allerdings nicht auf die eine Heilung – Alzheimer gilt nach wie vor als unheilbar – sondern vielmehr auf eine neue Methode, mit der die Ausbreitung der Alzheimer-Erkrankung im Gehirn eventuell eingeschränkt werden könnte. Dieses ist bereits insofern als Erfolg anzusehen, weil die weitere Entwicklung wirksamer Therapien im Gegensatz zu der Diagnostik der Alzheimer-Krankheit in den vergangenen Jahren stagnierte. Nunmehr ist es aber laut einem Bericht der Fachjournals „Cell Reports“ einem Forscherteam der Universität Zürich gemeinsam mit Kollegen aus Deutschland und Indien gelungen, eine Substanz zu entwickeln, die ein mit der Alzheimer-Erkrankung in Verbindung stehendes Enzym zielgenau beeinflussen kann. Somit könnte ein Weg gefunden sein, die Symptome der Alzheimer-Erkrankung zu mildern oder gegebenenfalls ganz abzustellen. Dieses wäre dann vielleicht auch weiterer Schritt hin zu einer hoffentlich irgendwann vorstellbaren Heilung.

Vielversprechender Weg

Ganz neu ist die Methode des Forscherteams nicht. So war es zuvor einem Forscherteam um Lawrence Rajendran vom Institut für Regenerative Medizin der UZH (mit dem das Team der Uni Zürich zusammenarbeitet) gelungen, die für die Alzheimer-Krankheit charakteristischen Ablagerungen von aus dem Beta-Amyloid-Peptid (A-Beta) bestehenden Proteinklumpen im Gehirn zu blockieren. Diese Klumpen entstehen, wenn das Vorläufer-Eiweiß durch zwei Enzyme (Sekretasen) gespalten wird. Mit einer Blockade der Enzyme konnte das weitere Absterben der Nervenzellen verhindert werden. Allerdings konnte dieser Weg nicht weiter verfolgt und ausgebaut werden, weil die blockierten Enzyme auch an anderen wichtigen Zellprozessen beteiligt sind, die man nicht behindern will. Nunmehr aber gelang es dem Forscherteam der Universität Zürich die Beta-Sekretase ausschließlich für jene die unerwünschten Proteinklumpen bewirkenden Prozesse selektiv zu blockieren. Dieses aber zunächst einmal „nur“ im Reagenzglas. Allerdings eröffnet dieses einen vielversprechenden Weg, um Alzheimer zukünftig wirksam zu behandeln ohne dabei bei den Patienten schwere Nebenwirkungen zu verursachen.

Klinische Studien sollen später erfolgen

Vorerst bleibt allerdings unklar, ob und wie sich das entwickelte Verfahren bei Menschen auswirkt, denn zurzeit ist man nur in dem Stadium, in dem  Versuche an Mäusen durchgeführt werden. Zur gegebenen Zeit sollen dann bei einem positiven Verlauf klinische Studien an von Alzheimer betroffenen Patienten folgen.

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