Kann Aspirin Krebs vorbeugen?

Studie zeigt: durch ASS sinkt das Darmkrebsrisiko

Davon dass Acetylsalicylsäure (ASS) mehr kann als „nur“ gegen Kopfschmerzen zu wirken, ist nicht nur die pharmazeutische Industrie überzeugt, sondern auch Großteile der medizinischen Fachwelt. So soll ASS – das zu den weltweit am häufigsten eingenommenen Schmerzmitteln gehört – auch als Fiebersenker und Entzündungshemmer hervorragende Ergebnisse aufweisen. Darüber hinaus ist schon seit vielen Jahren bekannt, dass ASS eine blutverdünnende Wirkung hat. Hiervon profitieren Millionen von Patienten mit Kreislauf-Erkrankungen. Jetzt sorgte eine Studie, die von einem Ärzteteam um Andrew Chan vom Massachusetts General Hospital (USA) durchgeführt wurde und deren Ergebnis im Fachmagazin „JAMA Oncology“ veröffentlicht wurde, für eine medizinische Sensation: die Studie legt nahe, dass durch die Acetylsalicylsäure auch das Darmkrebsrisiko erheblich gesenkt werden kann. Ganz neu ist diese Erkenntnis allerdings nicht, denn bereits vor einigen Jahren hatten Forscher der Universität Oxford ähnliches herausgefunden. Seinerzeit wurden die Krankenakten von 25.570 Krebspatienten eingehend untersucht. Dieses war für Andrew Chan und sein Ärzteteam der Anlass, sich neuerlich mit der naheliegenden Vermutung, dass ASS  gegen Darmkrebs schützen kann, zu befassen. Für ihre Studie wurden 136.000 Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger über Jahrzehnte hinweg medizinisch begleitet und befragt. Geprüft wurde, ob bei diesen eine Korrelationen zwischen der regelmäßigen Einnahme von Aspirin und der Häufigkeit bestimmter Krebsarten zu erkennen sei. Es zeigten sich tatsächlich verblüffende Ergebnisse, denn bei den Teilnehmern sank die Darmkrebsrate um 19 Prozent. Darüber hinaus verringerten sich Tumore der Verdauungsorgane um 15 Prozent. Keine Korrelation konnte hingegen bei Lungenkrebs, Prostatakrebs und Brustkrebs festgestellt werden.

Genaue Zusammenhänge unklar

Unklar bleibt allerdings, warum Acetylsalicylsäure so selektiv auf bestimmte Krebsarten der Verdauungsorgane wirkt. Zwar ist bekannt, dass der in ASS enthaltende Wirkstoff das Enzym Cylclooxygenase 1 (COX 1) hemmt und damit die Menge des Schmerzbotenstoffs Prostaglandin 2 in den Geweben senkt, aber dass ASS (das in den USA üblicher Weise nur als Aspirin bezeichnet wird), auch Mechanismen auslöst, die die Entstehung von Krebs im Darm hemmen, ist bislang nur eine Vermutung. Unbeachtet dessen kommt das Ärzteteam um Andrew Chan aufgrund der Studienergebnisse zu der Empfehlung, dass zumindest familiär vorbelastete Menschen mit einem Darmkrebsrisiko ASS vorbeugend einzunehmen

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