Keine medikamentöse Vorbeugung gegen erhöhtem Blutdruck

Polypille versagt

Eigentlich schade – es wäre sicher die Erfüllung eines alten medizinischen Traums gewesen. Worum es geht? Mit nur einer einzigen „Pille“ sollen Blutdruck und Blutdruckwerte vorbeugend in Schach gehalten werden. Diese „Wundermedikament“ gibt es tatsächlich, denn es wurde bereits vor einigen Jahren von britischen Wissenschaftlern entwickelt. Das Polymedikament  – bestehend aus einer Kombination aus Statinen, Aspirin und Blutdrucksenkern – soll von älteren Menschen vorbeugend eingenommen werden, um das Risiko eines Herzinfarkts und eines Schlaganfalls zu senken. Allerdings zeigt das Ergebnis einer Studie, dass eine solche erhoffte Wirkung nicht eintritt.

Studie mit mehr als 12.000 Teilnehmern

So wie die „Ärztezeitung“ berichtet, wurde in der sogenannten  HOPE-3-Studie an mehr als zweihundert Zentren in einundzwanzig Ländern untersucht, wie und in welchem Ausmaß die Einnahme der Polypille das Risiko eine Herzinfarkts oder Schlaganfalls tatsächlich senkt.  An der Studie, die über fünf Jahre reichte, nahmen mehr als 12.000 Menschen teil, die alle ein erhöhtes Herzinfarktrisiko hatten. Sie waren entweder übergewichtig oder Raucher. Darüber hinaus hatten alle Probanden ungünstige Blutzuckerwerte bzw. Blutfettwerte. Das Alter der Probanden lag bei Männern über 55 Jahren und bei Frauen über 65 Jahren.

Enttäuschendes Ergebnis

Das Ergebnis der Studie war enttäuschend, denn es zeigte sich, dass bei der Versuchsgruppe durch die Einnahme der Polypille die Zahl der Herzinfarkte und Schlaganfälle gegenüber einer Vergleichsgruppe nicht gesenkt wurde. Lediglich bei den Probanden, die bereits zu Beginn bzw. vor der Studie einen erhöhten Blutdruck hatten, sank das Risiko. Für die Deutsche Hochdruckliga (Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention) kommt das negative Ergebnis nicht überraschend. Der Vorstandsvorsitzende der Liga, Professor Hausberg, vertrat in einem Interview mit der Ärztezeitung die Ansicht, dass seit langem feststünde, dass eine Blutdrucksenkung nur bei bereits erhöhten Werten sinnvoll ist. Darüber hinaus ist er der Meinung, dass die Einnahme von Antihypertensiva bei normalen Blutdruckwerten sogar schaden würde. So scheint also der Traum ausgeträumt, dass die vorbeugende Einnahme einer solchen Polypille unabhängig von den Blutdruckwerten das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko senkt.

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