Millionen von Menschen in Lateinamerika von dem Zika-Virus infiziert

Kann man schon von einer Epidemie sprechen?

Obwohl noch nicht endgültig medizinisch abgesichert ist, ob ausschließlich das ZikaVirus für die besonders in Mittel- und Südamerika in einem erschreckenden Maße auftretenden Missbildungen bei Kindern, die mit einem zu kleinen Kopf geboren worden sind, verantwortlich ist, ist dieses nach dem jetzigen Kenntnisstand wahrscheinlich. Verantwortlich für die Übertragung des Virus ist auch hier, wie in allen bisher bekannten Fällen eine Stechmücke. Verwunderlich ist allerdings, warum das Virus gerade jetzt in diesem Maße auftritt und dieses besonders in dieser Region. So ist das Zika-Virus bereits 1947 in Uganda erstmalig entdeckt worden, als es aus Affen isoliert wurde. 1952 konnte man es dann auch bei Menschen nachweisen. Öffentlichkeit wurde allerdings seinerzeit nicht auf das Virus aufmerksam, weil seinerzeit nur sehr wenige Menschen von dem Virus infiziert wurden. Erst vor zehn Jahren konnte man von einer kleineren Epidemie sprechen, als auf Pazifikinsel Yap in Mikronesien mehr als hundert Menschen. Vor drei Jahren erfolgte dann ein großer Ausbruch in Französisch-Guayana (Südamerika). Hier bekam etwas ein Zehntel der Bevölkerung Zika. Nunmehr wurden innerhalb von nur wenigen Monaten in Brasilien Millionen von Menschen infiziert.

Von Mensch zu Mensch übertragbar?

Der Massenausbruck in Südamerika scheint darauf zurück zu führen sein, weil ein sehr virulenter Erreger auf eine große Gruppe ungeschützter Leute trifft. Allerdings wurde bislang angenommen, dass das Virus nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Vor einigen Tag wurde dann aber ein solcher Fall in den USA bekannt. So schrecklich, wie die Missbildungen bei den Kindern für alle Betroffenen aber auch sind, so stellen diese Fälle gemessen an der Gesamtzahl der Millionen infizierten Menschen nur relativ wenige Fälle dar. So wurden nach Angaben der brasilianischen Gesundheitsbehörden bislang von Ende Oktober 2015 bis Mitte Januar 2016 “nur“ 3.530 Neugeborene mit einer Mikrozephalie gemeldet.

Schnelle Reaktion der WHO

Aufgrund der gemeldeten Anzahl der Missbildungen kann also nicht von einer Massenepidemie sprechen. So scheint es für manchen verwunderlich, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen Zika gleich einen globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen hat. Allerdings ist dieses absolut verständlich, wenn man berücksichtigt, dass die WHO bei Ebola viel zu spät reagiert hat.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.