Numerus Clausus setzt hohe Hürden für ein Medizinstudium

Ein Medizinstudium ist sicherlich der Traum vieler junger Menschen. Allerdings ist dieser Traum für allzu viele nicht erfüllbar, denn selbst für sehr gute Abiturienten und Abiturientinnen sind hohe Hürden gesetzt. So musste zum Beispiel ein Bewerber für einen Studienplatz im Bereich der Humanmedizin im Wintersemester 2014/15 in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Abiturnote 1,0 vorweisen, um einen Studienplatz zu erlangen. Für Niedersachsen und Hamburg betrug der die notwendige Abiturnote 1,1 und in Schleswig-Holstein 1,2.  Allerdings darf die Durchschnittsnote des Abiturs nicht als einziges Kriterium betrachtet werden. Die Numerus-clausus-Werte oder besser gesagt die „Zulassungsgrenzen ergeben sich in für jedes Semester neu auf Grund der aktuellen Voraussetzungen der einzelnen Bewerberinnen und Bewerber. Zwar drückt die  Zulassungsgrenze aus, welche Abiturdurchschnittsnote die letzte zugelassene Person aufweist, aber auch die so genannten Wartesemester  (Zeiten ohne Einschreibung seit Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung) werden berücksichtigt. Dieses führt dazu, dass jede Bewerberin und jeder Bewerber in Wirklichkeit an bis zu drei Zulassungsverfahren (Ranglistenverfahren) teilnimmt. Etwa 20 Prozent der verfügbaren Hochschulplätze werden an die Abiturbesten vergeben und weitere 20 Prozent der Plätze werden nach Wartezeit vergeben. Über die restlichen 60 Prozent können die Universitäten selbst verfügen, dieses allerdings nach bestimmten Kriterien (Auswahlverfahren der Hochschule, AdH). Hierzu zählen u. a. die Berufspraxis, die gewichteten Einzelfachnoten, ein fachspezifisches Test sowie die Ortspräferenz. Wie die Auswahl vorgenommen wird, regeln die Hochschulen in eigenständigen Satzungen. Aufgrund der Bildungshoheit der Bundesländer können sich dabei von Land zu Land sowie von Hochschule zu Hochschule erhebliche Unterschiede ergeben. In allen Bundesländern und Universitäten muss aber der Abiturdurchschnittsnote in jedem Einzelfall maßgebliche Bedeutung zukommen. Falls man bei einem Studiengang für Medizin keine ausreichende Abiturnote hat, kann man natürlich auch auf einen Studienplatz warten. Für die Wartezeitquote wird eine Rangliste aller Bewerber anhand der Zeit, die seit dem Erwerb der Studienberechtigung verstrichen ist, aufgestellt. Allerdings betrug diese zum Wintersemester 2013/14 insgesamt 13 Semester.

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