Stärken überlieferte Gene der Neandertaler das Immunsystem?

Erstaunliche Studienergebnisse

Als vor wenigen Jahre Genforscher endgültig die bislang nur vermutete Tatsache manifestierten, dass der moderne Europäer durchschnittlich zwei bis drei Prozent Gene der Neandertaler in sich tragen, stieß dieses nicht nur bei Anthropologie auf ein hohes Interesse, sondern wohl auch bei vielen anderen an genetische Naturwissenschaft interessierte Menschen. Vermutet wurde schon seit vielen Jahren, dass sich die Homo Sapiens seinerzeit mit Neandertalern hin und wieder paarten. Nunmehr kommt aber eine Nachricht, die besonders Mediziner interessieren dürfte: Unabhängig voneinander fanden sowohl Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig als auch Wissenschaftler des französischen Forschungsinstituts CNRS und des Pariser Pasteur-Instituts auf Grundlagen von Studien heraus, dass diese Vermischung seinerzeit Vorteile mit sich brachte, die sich bei den heutigen Menschen wahrscheinlich noch immer auswirken. Es handelt sich dabei darum, als dass einige dieser „vererbten“ Gene, einen bestimmten Vorteil für das Immunsystem haben. So wirken demnach die Rezeptoren (TLR) auf der Zelloberfläche, wo sie Bestandteile von Bakterien, Pilzen und Parasiten aufspüren und bekämpfen.

Vor- und Nachteile

Interessant dürfte sicherlich auch sein, dass die Genforscher herausfanden, dass sich einige für das Immunsystem relevanten Gene über Jahrtausende hinweg nicht mutierten. Auf der anderen Seite wurde aber auch heraus gefunden, dass sich auch neue Genvarianten gebildet haben, die sich nach ihrem ersten Auftauchen schnell durchsetzten. Diese könnte nach Ansicht der Forscher passiert sein, um sich veränderte Umweltbedingungen anzupassen oder / und auf Seuchen zu reagieren. Die meisten Anpassungen sollen während der vergangenen 6000 bis 13.000 Jahre passiert sein, als menschliche Populationen von einem Leben als Jäger und Sammler zu einem Leben als Ackerbau übergingen. „Wir gehen davon aus, dass es einmal eine Phase gegeben hat, wo es von Vorteil war, diese Neandertal-Varianten zu besitzen“, ließen die Genforscher verlauten, „denn Menschen könnten dadurch bessere Abwehrmechanismen gegen Krankheitserreger gehabt haben“. Nach Ansicht der Forscher könnte sich durch die Vermischung der Gene aber auch die Neigung zu Allergien erhöht haben, denn eine zu hohe Aktivität dieser Gene könnte auch zu gestörten Immunreaktionen auf an sich harmlose Umwelteinflüsse geführt haben.

 

 

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