Studentenverbindungen sind für so manchen förderlich

Was so manchem nur als Erscheinung in Form von Netzwerken bekannt ist, die erst im Zeitalter des Internets entstanden sind, ist auf Universitäten schon seit über 200 Jahren gang und gäbe: Studentenverbindungen. Diese haben in der Regel das Ziel, nicht nur Studenten die Zeit während des Studiums in einer entsprechenden Gemeinschaft zu erleichtern, sondern auch danach ihren „Bundesbrüdern“ den Einstieg in das Berufsleben zu fördern und zeitlebens beruflich zu unterstützen. So finden sich sogenannte Korporierte überdurchschnittlich oft in Führungspositionen in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung, die ihren „Bundesbrüdern“ den Weg in einen beruflichen Erfolg bahnen. Aber wie sehen solche Studentenverbindungen, die oft auch als „Burschenschaften“ bezeichnet werden aus? Manche Verbindungen existieren seit dem 19. Jahrhundert nahezu unverändert, andere wiederum haben sich aktuellen Strömungen angepasst. Allen gemeinsam ist ihnen in der Regel aber die Liebe zur Tradition. Auch sind sie zumeist durch ein eher konservatives Weltbild geprägt. Wer einer Verbindung beitreten möchte (zurzeit gibt es in Deutschland ca. 1.000 Studentenverbindungen, die in ca. 30 Korporationsverbänden organisiert sind), muss sich zunächst eine bestimmte Probezeit als „Fuchs“ bewähren. Diese beträgt in der Regel drei Semester. In dieser Zeit muss er sich dann mit den Ritualen und Gepflogenheiten und seiner entsprechenden Verbindung befassen, denen sich ein Mitglied unterwerfen muss. Wenn die Verbindung dann beschließt ihn aufzunehmen, wird er in einer feierlichen Zeremonie zum so genannten Burschen ernannt. Während seiner übrigen Studienzeit ist er dann ein Teil des „Aktivitas“ seiner Verbindung. Nach Studienende wird er dann zu einem so genannten „Alten Herrn“, dessen Aufgabe es ist, die Verbindung weiter zu unterstützen. Dabei gilt das „Lebensbundprinzip“, das heißt, wer einmal Mitglied ist, bleibt dieses dann  in der Regel sein ganzes Leben lang. Übrigens: auch wenn so manche Rituale von Studentenverbindungen einem Außerstehenden als Unverständlich erscheinen und viele Mythen und Halbwahrheiten über diese existieren, so ist eines sicherlich gegeben: lebenslange vernetze Kameradschaft, die man mit ruhigen Gewissen auch als Seilschaften bezeichnen kann.

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