Viele Patienten verstehen die Sprache der Ärzte nicht

doctor-548133_1280

Studie zur Gesundheitskompetenz der Deutschen

Wie sieht das deutsche Gesundheitswesen im europäischen Vergleich aus? Die Antwort hierauf ist durchaus positiv, denn seit Jahrzehnten verfügt Deutschland nicht nur im Vergleich mit den anderen europäischen Ländern über eines der besten und leistungsfähigsten Gesundheitssysteme, sondern dieses auch weltweit. So sind auch die Patienten in Deutschland sehr zufrieden mit dem deutschen Gesundheitssystem. Anders sieht es allerdings aus wenn es darum geht, dass die Patienten das Gesundheitssystem auch aus eigenem Antrieb heraus effektiv nutzen können. So ist die Kenntnis hierüber zum Teil nur schwach ausgeprägt. Diesen Schluss lässt eine repräsentative Studie der Universität Bielefeld zur Gesundheitskompetenz der Deutschen zu (die erste ihrer Art in Deutschland). Im Rahmen dieser Studie wurden 2000 Menschen über 15 Jahre hinweg befragt. Das Ergebnis: mehr als fünfzig Prozent der Patienten in Deutschland hat Schwierigkeiten, gesundheitsrelevante Informationen zu verstehen. Bei zehn Prozent aller Patienten ist die Fähigkeit mit Gesundheitsinformationen umzugehen sogar unzureichend. Mit diesem Ergebnis liegt Deutschland erheblich unter dem EU-Schnitt.

Besonders Patienten mit niedrigem Bildungsgrad betroffen

So wie die Studie weiter zeigt, haben besonders Menschen mit einem niedrigen Bildungsgrad,  aber auch Senioren und Migranten, Schwierigkeiten, mit Gesundheitsinformationen umzugehen. Besonders auffallend ist es dabei, dass sie oft nicht wissen, an wen sie sich mit ihren Symptomen wenden sollen. Infolge dessen nehmen diese Gruppen einen ärztlichen Notdienst viel öfters in Anspruch als andere. Auch verstehen die erwähnten Gruppen die Erläuterungen der Ärzte schlecht oder nur unzureichend und können deshalb nur schwer beurteilen, welche Behandlungen bei ihren Problemen die beste ist.

Handlungsbedarf erkannt

Von dem Ergebnis der Studie wurde auch von dem Bundesgesundheitsminister ein Handlungsbedarf erkannt. Dieses hat dazu geführt, dass Gesundheitsminister Hermann Gröhe die Schirmherrschaft eines Projektes der Uni Bielefeld, des AOK-Bundesverbands und der Hertie School übernommen hat, die das  Ziel hat, Informationen besser aufzubereiten sowie  Ärzte und Pfleger für die Problematik einer notwendigen besseren Verständlichkeit zu sensibilisieren. Das Projekt trägt den Namen: „Nationaler Aktionsplan zur Förderung der Gesundheitskompetenz“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.