Vor dem Erfolg haben die Götter das Physikum gesetzt

Physikum! Kaum hat man sein Medizinstudium begonnen und die ersten Eindrücke seines Universitätslebens verarbeitet, scheint dieses Wort jeden Tag auf das Neue den Studienalltag zu verfinstern. Fast hat man den Eindruck, als könne man erst nach bestandenem Physikum in ein richtiges Medizinstudium starten und vor dieser Zeit nichts anderes machen als zu lernen, zu lernen und nochmals zu lernen. Oft wird dieser Eindruck noch durch Äußerungen anderer Kommilitonen verstärkt die davon sprechen, dass das Physikum extrem schwer sei und es viele nicht schaffen würden. Ganz zu Unrecht sind diese Äußerungen nicht, denn die Durchfallquoten sind nicht unbeträchtlich. Fakt ist auf jeden Fall, dass das Physikum als erste Staatsprüfung des Medizinstudiums eine große Hürde ist und von vielen Medizinstudenten als ein „Schreckgespenst“ empfunden wird. Aber dennoch sollte man nicht vergessen, dass auch der Numerus Clausus eine große Hürde war und man auch diesen gemeistert hat. Außerdem ist man es in der Regel auch schon aus seiner Schulzeit gewohnt, zeitlichen Lernaufwand in Prüfungen zu investieren um gute Noten zu erhalten. Aber dennoch sollte man sich frühzeitig mit dem Ablauf dieser Prüfung vertraut machen. Das Physikum (offiziell der erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung) ist das erste große Examen während des Medizinstudiums. Abzulegen ist es frühestens nach vier Semestern Studium zum Ende der Vorklinik. Es ist jedoch vorab zu beachten, dass für das Physikum eine Anmeldung erforderlich ist und zwar beim zuständigen Landesprüfungsamt (LPA). Darüber hinaus sind für die Zulassung neben dem Nachweis der bestandenen Scheine ein dreimonatiges Pflegepraktikum in einem Krankenhaus sowie ein großer Erste-Hilfe-Schein vorzuweisen. Die Prüfung selbst gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Der schriftliche Teil wird deutschlandweit am gleichen Tag zur selben Zeit mit den gleichen Prüfungsfragen durchgeführt. Erstellt werden die Fragen vom Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP). Es handelt sich um 320 Multiple-Choice-Fragen die sich auf zwei Tage verteilen. Im Einzelnen handelt es sich um Fragen aus den Bereichen: Physik für Mediziner, Physiologie, Chemie für Mediziner, Biochemie und Molekularbiologie, Biologie für Mediziner, Histologie, Anatomie sowie  Medizinische Psychologie und Soziologie. Die mündlich-praktische Prüfung erstreckt sich auf die Fächer Anatomie, Physiologie und Biochemie. Die Gesamtnote aus beiden Prüfungsteilen ergibt sich dann aus den Ergebnissen der mündlichen und schriftlichen Prüfung in gleichen Teilen.

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